Teilnahme der kreativen Basis an der Stadtentwicklung

15 07 2010

Klubhaus St.Pauli

EIN HAUS FÜR DIE LIVEMUSIK

Die Karriere der Beatles begann Anfang der 60er Jahre in Hamburg St. Pauli. Mittendrin im Kiezleben, umgeben von Bardamen, Prostituierten, Seemännern, boxenden Kellnern und der intellektuellen Exi-Clique wurden die jungen Beatles »erwachsen« und starteten von hier aus – wie viele andere -  ihre Weltkarriere.

St.Pauli ist von je her der Standort der aktuellen Hamburger Musikszene und beherbergte eine Vielzahl von Musik Clubs verschiedenster Stilrichtungen und Qualität.

St. Pauli dient als Tor und Umschlagsplatz für neue Trends, Ideen und kulturelle Strömungen.

Doch seit geraumer Zeit minimieren sich die möglichen Standorte für diese lebendigen und innovativen Kulturflächen.

In Zukunft werden weitere bereits existierende Clubkonzepte von Sanierungsplanungen bedroht sein. Die Clubs an der Sternbrücke haben zwar aktuell eine Verlängerung erreichen können, doch langfristig sind ihre Standorte gefährdet. Dies gilt auch für verschiedene andere kleine bis mittlere Livelocations.

Der Politik scheint es – dank konsequenter und nachhaltiger Überzeugungsarbeit einiger Initiativen – mittlerweile bewusst zu sein, wie wichtig die Livemusikszene und in diesem Zusammenhang die Kreativszene nicht nur für den Standortfaktor Hamburgs ist.

Dennoch wird die Musik-Szene Stück für Stück verdrängt.

Und bei diesem Verdrängungseffekt ist einer der vorherrschenden Gründe:

„Der Wegfall von bezahlbaren und nutzbaren Freiflächen“

Dass diese Entwicklung aufgrund des Verlustes eines wesentlichen Attraktivitätsfaktors mittel- bis langfristig auch ein Problem für die Tourismuswirtschaft Hamburgs sein wird, liegt auf der Hand.

Auf der Suche nach möglichen Nutzflächen stellen sich folgende Fragen:

  • Die Seitenstraßen sind schon aufgrund des Anwohnerschutzes für Liveclubs eher ungeeignet.
  • Die sogenannte Meile ist grundsätzlich eher prädestiniert, stärker frequentierte und emissionsstarke Projekte zu beherbergen.
  • Diesbezüglich kommen wir nachfolgend auf DEN Standort, der dieses Problem lösen wird und der Musikszene mit ihrer langen Geschichte nachhaltig Raum bieten kann!

Der Spielbudenplatz

Der Spielbudenplatz ist die historische Geburtsstätte des Amüsierviertels St.Pauli.

Die Vergangenheit war bestimmt aus einer gekonnten Mischung von Theatern, kleinen Kneipen und Liveangeboten von klein bis groß. Musikclubs wie das Docks und das Molotow haben hier ihre Heimat!

Aber kaum ein Areal wird sich in den nächsten Jahren so stark verändern wie der Spielbudenplatz.

Die zu erwartende  Neubebauung des Essogeländes, die Bestimmungsfrage des Docks und auch die Fläche „Spielbudenplatz 21/22“ zeigen viele Unbekannte auf.

Ein Großteil der Projektentwickler wünscht(e) sich ein Zusammenlegen der Grundstücke vom SBP21/22 und des Docks, um eine vermeintlich lukrativere Grundfläche zu erhalten.

Doch hiermit wäre die Vielfalt bedroht.

Die Zerstörung des Docks als Livemusikclub wäre nicht nur für den Spielbudenplatz, sondern auch für den Musikstandort St.Pauli ausgesprochen einschneidend.
Doch wie es scheint, ist diese Option bei den Entscheidern „vom Tisch“. Nun gilt es, eine sinnvolle Nutzung für das Nachbargrundstück „Spielbudenplatz 21-22“ zu finden, um Angebotslücken zu schließen und das Livemusikangebot sinnvoll zu ergänzen.

Das Klubhaus St.Pauli

Aus diesem Grunde haben die Initiatoren an dem vorliegenden Konzept gearbeitet.

Es geht maßgeblich um folgende Faktoren:

  • Erhalt und Sicherung der kulturellen Vielfalt am Spielbudenplatz
  • Schaffung neuer Räume für kleine bis mittlere Clubkonzepte, um Newcomer nachhaltig fördern zu können
  • Integration verschiedener Gattungen von Jazz bis zu aktueller Musik in einem stark frequentierten Areal
  • Zusammenführung von Kompetenzen und Stärkung der Szene durch Vernetzung
  • Aufschließen der Meile für die Livemusik und Schaffung eines weiteren Anlaufpunktes
  • Sinnvolle und zukunftsorientierte Neuentwicklung der Fläche vom Spielbudenplatz 21/22

Das Klubhaus St.Pauli beinhaltet idealerweise auf 5-6 Stockwerken:

  • 3-4 Clubs (individuelle Betreiber bzw Konzepte) mit einer Besucherkapazität bis zu 150-400 Personen (jeweils 100 – 250 qm Gewerbefläche)
  • 1 Musikstudio (rund 200 qm)
  • 1 Musikerhostel (Größenanteil variabel; je nach Finanzplanung)
  • Büroflächen für Booker und für die Administration
  • 1 Foyer zusammen mit barrierefreier Gastronomie und Kulturfläche mit zentralem Ticketing
  • umlaufende Laufflächen für Kunstausstellungen und Präsentationen
  • Büro-Flächen für die Spielbudenplatzbetreiber GmbH (rund 200 qm)
  • Integration des web-TV-Formates „balcony TV
  • Ausstellungsfläche für das Sankt Pauli Museum mit dem Sonderthema „Musik- und Entertainmentgeschichte“  (400 – 500 qm)
  • Zentrale Lager- und Versorgungsflächen
  • Kleiner „Not“-Versorgungseinzelhandel (Veranstaltungs- & Gastronomiebedarf, Größenbedarf 200 qm)

Die inhaltliche Planung berücksichtigt die Erfahrung bzgl. tatsächlichen praktischen Belange von Liveclubs und kombiniert diese mit verschiedenen Optimierungen wie z.B. das integrierte Hostel, das zentrale Ticketing und das Musikstudio.

Auch die Integration der Spielbudenplatzbetreiber GmbH birgt die Möglichkeit für eine vielfältige Zusammenarbeit und ist demnach ausgesprochen sinnvoll.

werdet auch gern Mitglied unserer Facebook-Gruppe: Das Klubhaus Sankt Pauli

Für die Initiatoren

Julia Staron


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